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Schwaz - Schmetterlingshaus Terfens_ Parthenos sylvia

Der nächste Morgen begann, wie er sich am Vortag schon angekündet hatte, mit dunklen, tiefhängenden Wolken und leichtem Regen. Also kein Wetter, um irgendwelche Panoramastraßen zu genießen – wir mussten unser geplantes Programm dem Regenwetter anpassen. So beschlossen wir eine Stadt zu besichtigen.

 

Wir wählten die Stadtgemeinde Schwaz. Sie ist auch als Silberstadt bekannt und liegt im mittleren Unterinntal etwa 30 km östlich der Landeshauptstadt Innsbruck. Der Name Silberstadt rührt daher, dass im Spätmittelalter das Schwazer Silberbergwerk das größte und ertragreichste Silberbergwerk der Welt war. In den 1990er Jahren wurde es zur Besichtigung geöffnet. Auch wir wollten eigentlich das Bergwerk besichtigen. Aber als wir vor dem Eingang etwa drei Reisebusse voll Schüler stehen sahen und uns die Dame an der Kasse bestätigte, dass es bis zu einer eventuellen Führung (dann gemeinsam mit den Kindern) mindestens eine Stunde Wartezeit wäre... Das wollten wir uns dann doch nicht antun.

 

Also entschlossen wir uns zu einem Rundgang durch die Stadt Schwaz.

Wir begannen am Franziskanerkloster, das 1507 von Kaiser Maximilian I gegründet wurde. Ein einzigartiges Juwel für Kultururlauber in Tirol stellt angeblich, der Kreuzgang des Klosters dar. Leider war das Kloster nicht geöffnet, so konnten wir den Komplex nur von außen umrunden, sahen dabei aber sehr wenig von den Gebäuden, da diese komplett von hohen Mauern und dichten Hecken umgeben waren. Bei unserer Umrundung stießen wir östlich vom Kloster auf die Straße „Pirchanger“ und fanden dort an einem Haus eine sehr schön gestaltete Fassade.  

 

Die Straße „Pirchanger“ mündet in die Burggasse, wo wir auf das „Toni Knapp Haus“ stießen. Zu welchem Zweck das Gebäude, dessen Baugrund an das Areal des Franziskanerklosters anschließt, errichtet wurde, ist nicht ganz klar. Das mittelalterliche Gebäude dürfte aber am ehesten von wohlsituierten Bürgern der Silberstadt errichtet worden sein, da es für ein einfaches Knappenhaus zu groß, für ein Gewerkenhaus wiederum zu klein ist. Der markante Blendgiebel sowie die feinen Stukkaturen in der Beletage entstanden erst im Zuge einer Barockisierung. Ein noch erhaltener Cataster listet nicht weniger als 14 Vorbesitzer seit dem Jahr 1657 auf, bis das Gebäude mit der auffallend kunstvoll bemalten Fassade 1895 in den Besitz der Familie Knapp gelangte (Textquelle: https://qr.schwaz.at).

 

Nicht weit davon entfernt befindet sich ein weiteres Haus mit sehenswerter Fassade. Das Fuggerhaus“. Errichtet wurde es als Hauptsitz der Handelsfamilie Fugger aus Augsburg um 1525, in einer Zeit, in der Schwaz durch seinen Silberbergbau eine der reichsten Tiroler Städte war. Der Kaufmann und Bankier Anton Fugger, leitete vom Schwazer Fuggerhaus aus eine Zeit lang sein weltumspannendes Unternehmen. Heute ist das Fuggerhaus Sitz der Tertiar-Schulschwestern (Textquelle: http://www.tiroltours.at).

 

Über die Ludwig-Penz-Straße gingen wir Richtung Norden und sahen schon von weitem den „neuen Glockenturm“ der Kirche Maria Himmelfahrt, der separat zur Kirche errichtet wurde weil der „alte“ den Schwingungen des Geläutes nicht mehr gewachsen war und außerdem einen Meter nach Norden geneigt überhängt. Die Bezeichnung „neuer“ Kirchturm irritiert dabei aber gewaltig, denn dieser ist, laut einem an der Fassade angebrachten Schild, inzwischen auch schon über 100 Jahre alt.

 

Über eine Treppe und einem kleinen Durchgang in der Mauer gelangten wir in den Stadtpark (dem ehemaligen Friedhof), der sich direkt an der Kirche befindet. Dieser wird durch einen wunderschönen Arkadengang umrandet, indem sich mehrere Künstler, aber auch Familien, mit Bildern, Gemälden und Gedenktafeln verewigt haben. Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ist die größte gotische Hallenkirche in Tirol und die einzige vierschiffige Kirche in Europa. Allein das Kirchendach ist mit mehr als 14.000 Kupferplatten gedeckt (Textquelle: https://www.silberregion-karwendel.com). Uns hat die Kirche sehr beeindruckt, da sie trotz ihres üppigen Goldschmucks immer noch luftig und überhaupt nicht überladen wirkte.

 

An die Kirche angrenzend, am Ende der Franz-Josef-Straße, liegt das barockisierte Palais Tannenberg-Enzenberg. Der Kern dieses mächtigen Gebäudekomplexes wurde vom Bergherrn Veit Tänzl um 1515 erbaut. Ein besonderes Privileg stellt der Bogengang zur Westempore der Pfarrkirche dar, der den Bewohnern des Hauses ermöglichte, geschützt vor allen Unannehmlichkeiten in die Kirche zu gelangen und dem Gottesdienst beizuwohnen (Textquelle: Wikipedia).

 

Der gewaltigste, nicht kirchliche Bau aus der Bergwerkszeit ist das Rathaus, ehemals Handelshaus von Schwaz. Erbaut wurde es 1500 – 1509 von den Gewerken Hans und Jörg Stöckl (Textquelle: https://www.silberregion-karwendel.com).

 

Zu guter Letzt darf bei einer Stadtbesichtigung in Schwaz die Burg Freundsberg nicht fehlen. Obwohl Freundsberg eigentlich eine Burg ist, wird das Wahrzeichen der Silberstadt von den Einwohnern liebevoll als „G´schlössl“ bezeichnet. Da die Burganlage auf einem Hügel hoch über der Stadt steht, ist schon von weitem der mächtige Turm mit seinem schönen Mauerwerk zu sehen. An Stelle des einstigen Palais steht die von Peter Thumb erbaute und 1637 geweihte Kapelle. Zwischen Kapelle und Turm befinden sich ein kleiner, geschlossener Hof, sowie einst die Wohnung des Mesners. An der sanft geneigten Nordseite des Burghügels, dort wo die 1688 geweihte Schmerzenskapelle steht, befand sich einst eine ausgedehnte ummauerte Vorburg. Die Burg war Stammsitz der seit 1122 urkundlich nachweisbaren Herren von Freundsberg, die als Ministerialen der Grafen von Andechs und später der Tiroler Landesfürsten bald zu Macht und Ansehen gelangten. Erbaut wurde die Burg um 1150, die ursprüngliche Kapelle wurde 1177 geweiht. Ab 1966 begann die Stadtgemeinde Schwaz, die Burg Freundsberg zu restaurieren und ihrem heutigen Verwendungszweck zuzuführen.

 

Vom ältesten Baubestand der Burg steht heute noch der Wohnturm, der Unterteil aus dem 12. Jahrhundert, der obere Bereich aus dem 13. Jahrhundert. Im mittelalterlichen Wohnturm ist das Bergbau- und Heimatmuseum der Stadt Schwaz untergebracht, das die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Silberstadt zeigt. Die Schlosskirche, ein Kulturjuwel aus der Spätrenaissance, wird seit der letzten umfassenden Renovierung und der 1977 erfolgten Wiederweihe sowohl kirchlich als auch kulturell genutzt (Textquelle: https://qr.schwaz.at).

Wir besichtigten die Burg nur von außen und genossen dabei den wundervollen Ausblick über die Stadt Schwaz und das Inntal.

 

Zum Abschluss des Tages schauten wir uns noch eine bzw. zwei Kuriositäten im Bezirk Schwaz, genauer gesagt in der Gemeinde Terfens an.

Bereits am Parkplatz konnten wir das „Haus steht Kopf“ von außen bestaunen. Es ist nicht nur ein architektonisches Kunstwerk, sondern auch ein Museum, das dazu einlädt, die Perspektive zu wechseln. Die Besucher betreten ein gewöhnliches, vollständig eingerichtetes Einfamilienhaus – mit dem entscheidenden Unterschied, dass sie auf der Zimmerdecke laufen statt auf dem Fußboden. Alles, wirklich alles ist hier auf den Kopf gestellt: Das Sofa hängt an der Decke, ebenso die Einbauküche, der alte VW-Käfer in der Garage kann von unten bestaunt werden, und im Kinderzimmer wirkt der Fußboden erstaunlich aufgeräumt…

 

Obwohl man für diese „Kuriosität“ und für unser eigentliches Ziel, dem Dschungelhaus“, gleich nebenan, eine Kombi-Eintrittskarte erstehen konnte, verzichteten wir auf die Besichtigung des auf den Kopf gedrehten Hauses und schauten uns stattdessen lieber ausführlicher das für uns viel interessantere und ansprechendere Dschungelhaus an.

 

Der Besucher folgt bei seinem Besuch einem Rundgang durch eine große Halle, die sich etwas versteckt im 1. OG über einer Zimmerei befindet. In dieser Halle befindet sich, aufgeteilt in mehrere Bereiche, eine Ausstellung verschiedenster Tiere und Pflanzen, die eigentlich im Dschungel beheimatet sind. Bereits an der Kasse wurden wir über die Eigenarten und Verhaltensweisen einiger Tiere aufgeklärt und wer wollte konnte auch eine kleine Dose mit Papageienfutter erstehen. Dann durften wir uns auf den gekennzeichneten Weg machen.

 

Als erstes gelangten wir in einen großen Raum, in dem verschiedene Arten von Papageien in schön und abwechslungsreich mit Beschäftigungsangeboten aber auch Ruhezonen ausgestatteten Bereichen untergebracht waren. Die Vögel saßen dabei aber nicht in Volieren, sondern flogen frei umher und durften mit dem zuvor gekauften Futter, aus der Hand, gefüttert werden. Das war ein Spektakel für Jung und Alt, denn die Papageien waren ziemlich gut auf die kleinen Futterschälchen geprägt und versuchten diese somit auch, zum Teil ziemlich rabiat, zu ergattern. So manch ein Besucher hatte plötzlich mehrere Papageien gleichzeitig auf Kopf, Arme oder Schultern sitzen. Diese gingen dann auch nicht gerade zimperlich mit Ohren, Nasen, Brillen, Finger oder Rucksäcken ihrer Futterlieferanten um.   

 

Wir hingegen hatten uns keine bunten Futterschälchen besorgt und waren deshalb für die Vögel eher uninteressant. Wir konnten uns frei zwischen den Besuchern und Vögeln bewegen und diese beobachten, ohne angeflogen zu werden. Dabei entstanden einige lustige Schnappschüsse.

 

Von der Vogelabteilung gelangten wir über eine Art Schleuse in den nächsten Raum. Dort befanden sich, inmitten einer schön angelegten Landschaft aus tropischen Pflanzen, Holzstegen und Skulpturen, jede Menge tropischer Schmetterlinge. Diese waren aber zwischen den Pflanzen gar nicht so einfach zu finden. Man musste schon Geduld aufbringen und auch mal einige Minuten warten, bis man sie entdeckte oder sie über einen hinweg flogen. Diese Geduld brachten aber nur wenige Besucher auf und so hatten wir die Halle meist für uns alleine… Umso besser.

 

Nicht anders war es in der letzten Abteilung, die mehrere Terrarien mit Insekten, Spinnen und anderem Grabbelgetier aufwies. Die meisten Besucher riskierten nur einen kurzen Blick und waren danach sofort wieder verschwunden. Naja, diese Tiere sind nun mal nicht so attraktiv wie die frechen Vögel…

 

Uns hat die Dschungelwelt auf alle Fälle sehr gut gefallen und wir wären gerne noch länger in den einzelnen Abteilungen geblieben. Ein sehr schöner Ausgleich für einen verregneten Tag.

 

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