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Kufstein - Glashütte Riedel - Schmelzöfen

Der kommende Tag startete ebenfalls mit miesem Regenwetter und mit dunklen Wolken am Himmel, die einfach nicht heller werden wollten. Der Wetterbericht für das komplette Urlaubsgebiet versprach für den ganzen Tag keine Besserung -- also mussten wir in den sauren Apfel beißen, und uns etwas „unter Dach“ zum Anschauen suchen. Gar nicht so einfach in einer Berg- und Wanderregion.

 

Schließlich entschlossen wir erst einmal Richtung  Kufstein, einer Stadtgemeinde in Tirol an der Grenze zum Freistaat Bayern zu fahren. Dort lockte uns das Wahrzeichen der Stadt, die riesige Festung Kufstein.

 

Auf dem Weg zur Festung fielen uns mehrere Hinweisschilder auf, die uns auf die „Tiroler Glashütte Riedel“ aufmerksam machten. Kurzentschlossen folgten wir diesen Schildern, denn die Besichtigung einer Glashütte schien uns lohnenswerter und vor allem trocken zu sein.   

 

Wie besuchten somit das 250 Jahre alte und international bekannte Unternehmen RIEDEL GLAS in Kufstein. Auf dem gut beschilderten Gelände befanden sich mehrere Gebäude mit den Bezeichnungen: Shop, Outlet, „Sinnfonie“ und Glashütte. 

 

Wir entschieden uns zuerst für eine Werksbesichtigung / Factory tour. Über eine Treppe gelangten wir auf eine breite Empore, die sich in einer großen Halle über den Mitarbeitern befand. Somit konnten wir, von dort oben aus, den verschiedenen Glasmachern ungestört live bei ihrer Arbeit zuschauen. Wir hatten sozusagen einen „Blick hinter die Kulissen“ des Glasmacherhandwerkes. Da für die Glasherstellung große Öfen benötigt werden und wir uns als Zuschauer genau über diesen befanden, war es entsprechend heiß auf der Empore. Teilweise konnten wir richtig den warmen Luftstrom spüren. Doch das schien niemanden zu stören, denn alle Besucher schauten nur gebannt nach unten und beobachteten wie aus einem „glühenden Klumpen“ nach wenigen Arbeitsschritten und gezielten Handgriffen der Glasmacher plötzlich ein Weinglas oder ein formvollendeter Dekanter entstand. Sehr faszinierend und beeindruckend.

 

Damit wir die einzelnen Arbeitsschritte und die dafür benötigten Werkzeuge besser verstehen und zuordnen konnten, gab es überall an der Empore für das benötigte Hintergrundwissen große Schilder mit Skizzen und Beschreibungen der Arbeitsabläufe. So wurden uns in Text und Bild der Aufbau einer Glasbläserei, die verschiedenen Werkzeuge und Materialien sowie die einzelnen Arbeitsschritte zu Herstellung eines Trinkglases oder Dekanters erklärt.

 

Über eine Glastür gelangten wir, von der Empore aus, in einen weiteren Bereich wo wir uns, auf mehrere aneinandergereihte Räume verteilt, die Multimediashow „Sinnfonie“ anschauen konnten. Dort erlebten wir eine Reise durch die Welt des Glases und unserer Sinne: Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken. Wir erfuhren, dass die Weingläser in ihrer Größe und Formgebung immer auf die jeweiligen Rebsorten abgestimmt sein sollten. Denn nur so könnte man den Wein wirklich mit allen Sinnen genießen.

 

In einem angegliederten Gebäude war ein Museum untergebracht: Die Dauer-Ausstellung mit dem Titel „Glaskabinett – Retrospektive und Ideenlabor“ zeigte uns eine komplette Darstellung des Schaffens der Familie Riedel in Kufstein der letzten 60 Jahre. Der zweite Teil der Ausstellung präsentierte die Höhepunkte der Riedel Geschichte und Glaskunst in Böhmen, wo die Ursprünge des Familienunternehmens liegen.

 

Das Ausstellungskonzept wurde von Maximilian J. Riedel entwickelt. Die wellenförmige Vitrinenform im Teil Kufstein symbolisiert den Strom der Zeit, in dem die Entwicklung vom reinen Designglas hin zum weltweit bahnbrechenden Konzept des funktionalen Weinglases in konsequenter Linie verlief. Die Glasserien, Vasen, Kerzenleuchter und andere Accessoires aus Glas, alle handgefertigt und zum Teil auch veredelt in der Glasmanufaktur Kufstein, geben einen Überblick über das kreative Schaffen der Riedel Generationen Claus J., Georg J. und Maximilian J. Riedel (Textquelle: https://www.riedel.com/de-de)

 

Fotos, Videos und andere persönliche Gegenstände ergänzen das Konzept und geben dazu einen sehr persönlichen Einblick in die Jahrhunderte übergreifende Familiengeschichte.

 

Im nächsten Gebäude – im 300 qm großen Shop - haben die Besucher die Möglichkeit, die weltberühmten, sortenspezifischen Stielgläser und prestigeträchtigen Dekanter direkt bei Riedel vor Ort zu erwerben.

 

Uns hat der Besuch bei „Riedel – the wine glass company“ sehr gut gefallen. Wir bekamen einen schönen und kurzweiligen Einblick in die einzigartige Welt der Weinglasherstellung.

 

Die Veröffentlichung der Bilder geschieht mit freundlicher Genehmigung von (http://www.riedel.com/)

 

Da es weiterhin wie aus Eimern schüttete, beschlossen wir als nächstes nun die Festung in Kufstein anzuschauen. Dort gab es zumindest einige Festungsareale, die man im Trockenen besichtigen konnte...

 

Für die Anfahrt folgten wir einfach wieder den Schildern an der Straße, die uns mitten in die Stadt lotsten und dann plötzlich nicht mehr auftauchten. Nanu – hatten wir uns etwa verfahren? Seltsam. Nach der Adresse in unserem Navigationsgerät konnte es tatsächlich nicht mehr weit sein. Also beschlossen wir einen Parkplatz zu suchen…. Gar nicht so einfach, in der dicht bebauten Innenstadt mit Einbahnstraßen und Fußgängerzonen. Schließlich fanden wir ein geeignetes Parkhaus und dort ein Fußgängerschild zu unserem Ziel.  

 

Die Festung ist das Wahrzeichen der Stadt Kufstein und zählt zu den imposantesten mittelalterlichen Bauwerken Tirols. Sie liegt auf dem Festungsberg oberhalb der Stadt auf einem 90 m hohen Felsen direkt am Inn und ist von der Innenstadt aus im Festungsneuhof/Besucherzentrum per Panoramabahn oder über einen gedeckten Aufgang, als Fußweg, erreichbar. Wir wählten die Panoramabahn. Diese brachte uns ins Schlossrondell, das ehemals den Eingang in den Schlosshof schützen sollte. Nun konnten wir uns auf eigene Faust, anhand eines Geländeplanes und anhand der auf den Gebäuden angebrachten Schilder, auf dem Festungsareal umschauen.

 

Leider mussten wir feststellen, dass ein großes Areal, die Josefsburg, die eine mobile Überdachung besitzt, nicht geöffnet war, da dieser Bereich nur während einer Veranstaltung zugänglich ist. Somit fehlte uns ein Großteil der Festungsanlage, von der aus man auf die Stadt und das Umland hätte schauen können… Schade.

 

Wir besichtigten stattdessen zunächst den überdachten Museumsbereich des Heimatmuseums, das sich im früheren Kasernenbau der Burg befindet. Dort sind unter anderem Funde aus der Bronzezeit und steinzeitliche Funde aus der Tischofer Höhle ausgestellt. Im angegliederten Kaiserturm mit Zellentrakt werden ab und an Kunstwerke ausgestellt. Leider für unseren Geschmack recht langweilig und eintönig gestaltet. Auch bei den anderen „alten“ Teilen der Festungsgebäude war kaum noch etwas Ursprüngliches an Strukturen oder Inventar etc. zu erkennen. Irgendwie enttäuschend.

 

Die Orgelpfeifen der größten Freiluftorgel der Welt, der Heldenorgel, befinden sich im Bürgerturm, während der Spieltisch am Fuße der Festung untergebracht ist. Das etwa zehnminütige Orgelspiel findet täglich um 12 Uhr (in den Monaten Juli und August auch um 18 Uhr) zum Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege statt und ist in der ganzen Stadt zu hören. Sehr empört waren wir über die „Ausstellung“ in den Gefängniszellen des Bürgerturmes. Dort befanden sich doch tatsächlich nur noch leere Vitrinen mit staubumrandeten Abdrücken der ehemals dort ausgestellten Gegenstände. Was sollte das???

 

Außerdem gab es einen langen Felsengang (öffentlich zugängliche Kasematte), der recht interessant war und den „Tiefen Brunnen“, ein ca. 60 m tiefer Burgbrunnen.

Gut gefallen hat uns die Ausstellung zu den Folterinstrumenten. Die Grausamkeiten des Strafrechts und Strafvollzuges im Mittelalter wurden dort sehr detailliert mit ausgestellten Folterinstrumenten, den dazu passende Figuren und ausführlichen Beschreibungen dokumentiert. Sehr gruselig – uns lief es beim Anschauen und Durchlesen kalt den Rücken hinunter.

 

Im Großen und Ganzen hatten wir uns von der Festung Kufstein mehr versprochen. Vielleicht lag es auch am Dauerregen und der somit recht eingeschränkten Besichtigung der Außenanlagen. Irgendwie sprang der Funke bei uns nicht ganz so über.

 

Da der Regen immer noch nicht nachlassen wollte, verzichteten wir auf eine zusätzliche Stadtbesichtigung von Kufstein.   

 

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