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Verona - Piazza delle Erbe_ Blick vom Torre dei Lamberti

Am kommenden Tag stand eine Stadtbesichtigung auf unserem Plan. So machten wir uns schon früh am Morgen auf nach Verona. Die Stadt Verona liegt an der Etsch etwa 59 m über dem Meeresspiegel am Austritt der so genannten Brenner-Linie in die Poebene. Seit 2000 gehört die Altstadt von Verona zum Weltkulturerbe. Von der Bedeutung Veronas als politischem und wirtschaftlichem Zentrum zeugen heute noch etliche Monumente, angefangen von der Arena bis zum Römischen Theater, vom Gavi-Bogen bis zum Stadttor Porta Borsari, von dem Grabungsgebiet der Porta Leoni bis zu den Scavi Scaligeri.

 

Wir hatten uns vor unserem Besuch einen Übersichts-Stadtplan mit sämtlichen für uns interessanten Gebäuden und Monumenten zusammengestellt, anhand dessen wir uns zu Fuß Verona anschauen wollten. Außerdem besorgten wir uns die „Verona-Card“, das ist eine Touristen-Chipkarte, die man an den Sehenswürdigkeiten für ca. 18€/24Std (22€/48Std) pro Person erstehen kann und mit der man anschließend bei fast allen anderen Sehenswürdigkeiten freien Eintritt hat. Sie lohnt sich auf jeden Fall, wenn man, wie wir, mehrere Sehenswürdigkeiten, Kirchen und auch Museen besuchen möchte, da der Einzeleintritt für die meisten Gebäude schon sehr hoch ist und man somit die Kosten für die Karte schnell wieder raus hat.

 

Wir wollten unseren Rundgang bei der berühmten Arena starten und waren doch sehr irritiert, als wir feststellen mussten, dass das dazugehörige Parkhaus „Arena“ mehrere Straßenzüge von der eigentlichen Sehenswürdigkeit entfernt liegt und die Beschilderung dazu mehr als nur verwirrend war… Nachdem wir uns bis zur eigentlichen Arena durchgefragt hatten, fanden wir die restlichen Sehenswürdigkeiten nach unserem Stadtplan dann aber sehr einfach.

 

Am Eingang der Altstadt befindet sich die Piazza Bra, ein wunderbar weiter Platz mit großflächigen Straßenlokalen, Palästen aus mehreren Epochen und der prächtigen Arena (Amphitheater). Ein kräftiger Springbrunnen sprudelt in der zentralen Parkanlage. Im Südosten der Piazza Bra steht das große ockerfarbene Rathaus mit seiner klassizistischen Säulenfassade.

 

Die Arena an sich fanden wir nicht unbedingt so beeindruckend, wie sie immer dargestellt wird, da zu unserem Besuch gerade eine Musikveranstaltung mit Bühne und Zuschauertribüne installiert wurde, die das normale altertümliche „Flair“ des ansonsten gut erhaltenen Amphitheaters komplett zerstört hat.

 

Der Torbogen Portoni della Bra, der dunkle klassizistische Palazzo Gran Guardia, das archäologische Museum Maffeiano Lapidario und Reste der mittelalterlichen Stadtmauer schließen die Piazza Bra nach Süden hin ab.

 

Im Norden beginnt neben dem Amphitheater die Via Mazzini, die wichtigste Fußgängerzeile Veronas mit teuren Edelboutiquen und führt zur Piazza delle Erbe. Nach ca. 400m trifft man auf die Straße „Via Capello“, wo sich linker Hand die Piazza delle Erbe und rechter Hand das berühmte Haus der Julia befinden. In dem Innenhof des Palazzos aus dem 12. Jahrhundert, das einst der Familie Dal Cappello gehörte, befindet sich der Balkon von Julia. Im 18. Jahrhundert ergaben sich die Vermutungen, dass Cappello mit dem Namen Capuleti gleichzusetzen sei und damit dies das Haus von Julia sei. Der Balkon sowie Fenster im Inneren Hof und das gotische Tor wurden allerdings erst bei radikalen Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1936-1940 hinzugefügt.

 

Der Piazza delle Erbe beeindruckt durch seine kunstvollen historischen Fassaden. Den Blick von Palast zu Palast schweifen lassen, die Fresken auf den mittelalterlichen Bürgerhäusern bewundern und das herrliche Licht genießen, das durch den creme-aprikose-farbenen Marmorboden reflektiert wird, so versteht man, warum Verona so unvergleichlich bezaubernd wirkt. Das Zentrum des Platzes wird von einem antiken Brunnen (Marktbrunnen) dominiert, der schon seit vielen Jahrhunderten als Symbol der Stadt gilt und mit der „Madonna Verona“ verziert ist. Der Brunnen wurde von den Skaligern (della Scala) unter Wiederverwendung der römischen Statue erbaut. 

Am Ende des Platzes befinden sich der Turm des Gardello aus dem 14. Jahrhundert und der Barockpalast Maffei. Lohnend ist ein Aufstieg auf den Torre dei Lamberti, der über den Hof des Rathauses zu erreichen ist und einen beeindruckenden Blick über die Stadt bietet. Ständig umlagerter Mittelpunkt ist das Capitello, ein Marmorbaldachin auf vier Säulen, unter dem früher die Ratsherren und der Bürgermeister gewählt wurden – heute vor allem als Ruheplatz für Touristen genutzt, da hier eiskaltes Wasser hervorsprudelt.

An der südlichen Schmalseite steht eine hübsche gotische Marktsäule, am Nordende eine venezianische Herrschaftssäule mit dem Markuslöwen, die anzeigt, das Verona unterworfen war.

 

Von der Piazza delle Erbe weiter Richtung Fluss wird die Via Cappello zur Via Leoni. Man kommt an der römischen Porta Leona vorbei und sieht im Untergrund römische Ausgrabungen. Am Ostende der Via Leoni direkt an der Etsch (Nähe Ponte Navi) steht San Fermo Maggiore, eine eindrucksvolle gotische Kirche mit kunstvoller Holzdecke.

 

Folgt man von der Piazza delle Erbe den geschäftigen Corso Porta Borsai Richtung Westen, so kommt man zum alten römischen Stadttor Porta Borsari. An der Ostseite sieht man die Casa Mazzanti mit ihren verblassten Fresken an den Fassaden. Ein hoher Durchgang, in dessen Wölbung eine einsame Walrippe (!) baumelt, führt zur Piazza dei Signori.

 

Der Platz Piazza dei Signori (Piazza Dante) ist von eindrucksvollen Skaliger Palästen umbaut. In der Mitte befindet sich das Denkmal des berühmten Dichters und Philologen Dante Alighieri, der sich während seines Exils in Verona aufhielt. Rechter Hand steht der Palazzo della Ragione mit seiner markanten Streifenfassade aus hellem Tuff und Ziegelstein, in dessen harmonischem Innenhof eine verwitterte gotische Freitreppe zum Portal der Amtsräume im ersten Stock führt (nicht zugänglich). Hier befindet sich auch der Zugang zum Torre dei Lamberti. Durch einen Bogen mit dem Palazzo verbunden ist das benachbarte Gerichtsgebäude, der Palazzo die Tribunali, (Palazzo di Cansignorio),  mit massivem Backsteinturm. Im Durchgang unter dem Bogen hat man beim Bau einer Tiefgarage die Reste einer römischen Straße entdeckt, die nun mit Glas überdacht ist. Auch im Innenhof des Gerichts sind Rundöffnungen im Boden verglast, man erkennt einen römischen Mosaikboden und Reste eines mittelalterlichen Turms.

An der rückwärtigen Seite der Piazza steht der zinnengekrönte Palazzo Scaligero, Palazzo del Podestà (del Governo),  früher die Residenz der Skaliger, heute Sitz der Präfektur und Polizei. Die daneben sich anschließende Loggia del Consiglio (auch Loggia von Frà Giocondo genannt) gilt als schönste Säulenhalle ihrer Art, hier versammelte sich im 15. Jh der Rat der Stadt.

 

Gegenüber vom Palazzo Scaligero thronen die reich verzierten gotischen Gräber der Skaliger, des einflussreichsten Herrschergeschlechts der Region.  Die Gräber befinden sich hinter einem schmiedeeisernen Gitter, in dem das Symbol der Skaliger, die „Scala“ (Leiter) eingearbeitet ist. Über dem Eingang der kleinen romanischen Kirche Santa Maria Antica befindet sich ein weiteres Grab, gekrönt von einer eindrucksvollen Reiterstatue.

Eine Ecke weiter, Via Arche Scaligeri 4, steht das angebliche Haus des Romeo, ein düsterer Backstein Palazzo mit Zinnen.

 

In der nördlichen Altstadt besichtigten wir noch die Kirche Sant’Anastasia. Die größte gotische Kirche Veronas wurde zwischen 1290 bis 1481 von den Dominikanern erbaut. Die Kirche ist berühmt für ihre reiche Gestaltung des Innenraums und für das Weihwasserbecken, das von "due gobbie", zwei Renaissancefiguren, getragen wird. Hier befinden sich auch Gräber von herausragenden Persönlichkeiten Veronas.

Außerdem gibt es dort noch den Duomo Santa Maria Matricolare. Die Besonderheit des Doms liegt in der Vereinigung von romanischen und gotischen Bauelementen.

 

Der nördlichste Punkt unserer Stadtbesichtigung führte uns zur „Steinerne Brücke“ (Ponte di Pietra). Die römische Bogenbrücke, die über die Etsch führt, wurde um 100 v. Chr. erbaut, im zweiten Weltkrieg von den zurückziehenden deutschen Truppen zerstört und im Jahre 1957 aus Originalmaterial wieder hergestellt. Von der Brücke aus hatten wir einen guten Blick auf das Castel San Pietro auf der anderen Flussseite.

 

Als letztes besichtigten wir noch die westliche Altstadt. Dort befindet sich die eindrucksvolle, 120m lange Ponte Scaliero (Skaligerbrücke). Sie sorgte dafür, dass die Skaliger jederzeit die Kontrolle über den wichtigen Etschübergang hatten, aber auch umgehend die Flucht ergreifen konnten. Es ist eine massive Backsteinbrücke mit beiderseitigen Zinnenbastionen.

 

Ihr schloss sich das Castelvecchio, die Kastellburg der Skaliger in Verona, an. Seit 1923 beherbergt das Gebäude ein Museum. Gezeigt werden Werke der Veroneser Malerei von der Gotik bis ins 17. Jahrhundert, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Kunst der Renaissance.

 

Die romanische Kirche Basilika San Lorenzo aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. verfügt über besonders interessante Architektur, hat zwei besteigbare Türme und wurde aus typisch veronesischem Baumaterial erstellt. Im Inneren befinden sich schöne Freskenmalereien. Es ist eine romanische Emporenbasilika mit fünf Apsiden, die aus einem karolingischen Vorgängerbau hervorging. Im dreischiffigen Innenraum ist nahezu nichts von der ursprünglichen Ausstattung erhalten, da die Kirche im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde.

 

An dieser Straße liegen noch mehrere von außen schön anzusehende Paläste und die Kirche „Chiesa dei Santi Apostoli“, der sich eine Kapelle mit Grabmälern anschließt. 

 

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