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Stadt Luxemburg

TAG 6 verbrachten wir in der Stadt Luxemburg, die wir zu Fuß erkundeten.

 

Kaum eine andere europäische Hauptstadt kann mit so beeindruckenden Kontrasten aufwarten wie Luxemburg. Im Laufe ihrer über tausendjährigen Geschichte entwickelte sich die Stadt vom “Lucilinburhuc”, dem Stammsitz Siegfrieds, des ersten Grafen von Luxemburg, zur prosperierenden Metropole. Dazwischen lagen Jahrhunderte wechselhafter Geschichte, welche sich in der von monumentalen Festungsüberresten überragten Silhouette reflektiert.
Die durch begrünte Flusstäler beeinflusste Topographie wird durch weit über hundert Brücken überwunden, die traditionsreiche mit modernen Vierteln verbinden. Die Bevölkerung ist polyglott und kosmopolitisch. Von den rund 85.000 Einwohnern (mit den Randgemeinden 120.000) sind über sechzig Prozent Ausländer, was sich nicht zuletzt in einem vielsprachigen, internationalen Kulturangebot widerspiegelt.

 

Wir besichtigten zuerst das Fort Thüngen Das Fort Thüngen, benannt nach dem österreichischen Festungskommandanten Freiherr von Thüngen, entstand 1732. Es wurde um das ungefähr 50 Jahre zuvor von Vauban angelegte Verteidigungswerk “Redoute du Parc” herum gebaut. Das Fort war von einem tiefen Graben umgeben und konnte von Obergrünewald aus durch einen 169m langen unterirdischen Felsengraben erreicht werden. 1836 wurde es von den Preußen erweitert und 1860 nochmals verstärkt.
Das Fort wurde in den Jahren 1870 und 1874 abgerissen. Einzig die drei runden Türme, die sogenannten „Drei Eicheln“, und die 1991 wieder freigelegten Grundmauern des Forts blieben erhalten. Hier befinden sich heute das “Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean” nach den Plänen des sino-amerikanischen Architekten Leoh Ming Pei sowie das Festungsmuseum.

  Leider waren beide Museen wegen Umbauarbeiten geschlossen und wir konnten uns nur die Gebäude und Gräben anschauen. Das komplette Fort, eine sehr weitläufige Anlage, liegt auf einem Plateau, von dem man eine schöne Aussicht auf die Stadt hat.

 

Weiter ging es in das Zentrum der Altstadt. Dort befinden sich meterdicke Bastionen und Bollwerke, zinnenbewehrte Tore, auf steilen Sandsteinfelsen angelegte Wehrgänge, respekteinflößende Schießscharten – die gewaltigen Bauten der einst als “Gibraltar des Nordens” gerühmten und gefürchteten Festung Luxemburg.

  Im Jahre 963 errichtete Graf Siegfried auf dem Bockfelsen eine Burg, Grundlage für die spätere Stadtgründung Luxemburgs. Jedoch konnten gewaltige Ringmauern die Burgunder nicht daran hindern die Stadt 1443 einzunehmen. Von da an ging Luxemburg für etwa 400 Jahre an fremde Herrscher über, Burgunder, Spanier, Franzosen, Österreicher und Deutscher Bund schufen aus der Stadt eine der stärksten Festungen der Welt. Die ersten Kasematten der Stadt Luxemburg entstanden im Jahr 1644, zur Zeit der spanischen Fremdherrschaft. Vierzig Jahre später erfolgte durch den französischen Militäringenieur und Festungsbauer Vauban der eigentliche Ausbau der insgesamt 23km langen unterirdischen Galerien, die im 18. Jahrhundert durch die Österreicher wiederum ausgebaut wurden. Die Befestigungsgänge waren auf verschiedenen Ebenen angelegt und reichten bis zu 40m in die Tiefe hinab. Angesichts dieser Festungswerke erhielt Luxemburg den Beinamen "Gibraltar des Nordens".

Nachdem Luxemburg 1867 für neutral erklärt wurde, musste die Festung geräumt und geschleift werden. Anschließend blieben 17km, der ursprünglich 23km, der Kasematten erhalten, da eine Sprengung ohne die Gefährdung der Altstadt nicht möglich war. Während der beiden Weltkriege, boten sie sicheren Schutz für bis zu 35.000 Personen und wurden 1994 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Zwei der bedeutendsten Kasematten, die Bock-Kasematten und die Petrusse-Kasematten, können heute noch besichtigt werden, einige Häuser der Altstadt besitzen im Keller sogar noch schmale Zugänge zu weiten Teilen des Verteidigungssystems. Auch wir wagten eine Besichtigung und mussten bald mit der recht verwirrenden Wegführung kämpfen. Aber wir waren damit nicht alleine. Ständig begegneten uns verzweifelte Besucher, die, trotz mitgeführtem Übersichtsplan, in den engen Gängen, Sackgassen und steilen Wendeltreppen herumirrten. So schlossen wir uns spontan mit einem Pärchen zusammen, das, wie es der Zufall so will, ganz aus der Nähe  unserer Heimatstadt stammt. Zu Viert schafften wir es dann doch, wieder zum Ausgang zurückzufinden.

 

Nach dem Besuch der Kasematten spazierten wir am „schönsten Balkon Europas” entlang. Die Corniche, wie sie offiziell genannt wird,  verläuft auf den von Spaniern und Franzosen im 17. Jahrhundert errichteten Wällen entlang des Alzette-Tales. Der Weg zieht sich vom Bock-Felsen bis zum unteren Teil der Heiliggeist-Zitadelle, den sogenannten Rondellen. Bis 1870 war die Corniche an steil abfallenden Stellen mit Treppen versehen; erst nach der Schleifung wurden diese eingeebnet. Auch ein Großteil der mit Schießscharten versehenen Schutzmauern musste weichen und gab somit den Ausblick frei auf das Tal der Alzette, den Stadtteil „Grund“ und auf das Rham-Plateau. Das Rham-Plateau, zu drei Seiten von der Alzette umspült, war bereits früh besiedelt. Seit dem 15. Jahrhundert wurde es durch den Bau der dritten Ringmauer in den geschützten Teil der Stadt Luxemburg eingebunden. Unter französischer Herrschaft ließ Vauban Ende des 17. Jahrhunderts fünf Militärkasernen errichten. Seit Ende des 19. Jahrhunderts sind in diesen Gebäuden soziale Einrichtungen untergebracht. Leider war auch das Rham-Plateau wegen Umbauarbeiten eine Großbaustelle. So konnten wir es uns nur von Weitem anschauen.

 

Wir spazierten auch durch sehr enge Gässchen der Stadt und kamen schließlich an dem  historischen Zentrum der Altstadt, dem Fischmarkt, einem ehemaligen Kreuzungspunkt zweier Römerstraßen, vorbei. Hier wurden, auf dem Vorplatz der Grafenburg, die ersten Märkte abgehalten. In den engen Gassen um den Fischmarkt, früher Alt- oder Käsemarkt genannt, spielte sich das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der ersten Stadtbewohner ab. Die Gebäude, die den Platz säumen, besitzen einen besonderen historischen Wert.

 

Natürlich sahen und überquerten wir auch zwei sehr bekannte Brücken der Stadt. Die Adolphe-Brücke, auch Neue Brücke genannt, wurde in den Jahren 1900 bis 1903 während der Herrschaft des Großherzogs Adolphe errichtet. Das Ausland verfolgte den Bau der Adolphe-Brücke mit großem Interesse, da es sich bis dahin um die größte Steinbogenbrücke der Welt handelte. Der große Doppelbogen, mit einer Spannweite von 85m, überquert das Petrusse-Tal in einer Höhe von 42m. Die Gesamtlänge der Brücke beträgt 153m.

 

Der Viadukt, auch Passerelle oder Alte Brücke genannt, wurde von 1859 bis 1861 erbaut. Die Brücke überquert das Petrusse-Tal in einer Höhe von 45m und besteht aus 24 Bögen mit Spannweiten von 8 und 15m. Die Brückenpfeiler sind bis zu 30m hoch und die Gesamtlänge der Brücke beträgt rund 290m. Der leichte Kurvenknick in der Mitte ist auf frühere strategische Überlegungen zurückzuführen. Über diese Brücke gelangten wir auf eine steile und enge Nebenstraße, auf der wir einen anstrengenden Abstieg in das Petrusse-Tal wagten, denn wir wollten uns die gotische Wallfahrtskapelle Quirinus, die 1355 errichtet  und zum Teil in den Fels gehauen wurde, anschauen. 

 

An der Stelle der Quirinus-Kapelle befand sich ursprünglich eine heidnische Kultstätte, die später von den Römern als frühchristliches Heiligtum verehrt wurde. Hier entspringt eine Felsquelle, deren Wasser eine heilende Wirkung, insbesondere bei Augenleiden, zugeschrieben wird. Seit dem 11. Jahrhundert ist der Ort dem Heiligen Quirinus geweiht und seit Anfang des 13. Jahrhunderts fanden in den zwei Höhlen der Kapelle Gottesdienste statt.  Heute scheint sie allerdings nicht mehr (sehr oft) als Gotteshaus genutzt zu werden, da sämtliche Holzbänke im Inneren mit einer zentimeterdicken Staubschicht überzogen sind.

  Die Veröffentlichung der Bilder aus der Stadt Luxemburg erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Luxembourg City Tourist Office.

 

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