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Ausgrabungsstätte Pompeij - Wandmalereien im "Casa del Menandro"

Der nächste Tag versprach richtig spannend zu werden, denn es standen ein Ausflug zu den Ausgrabungsstätten der Stadt Pompeji und eine Besichtigung des Vesuvs auf unserem Programm. Wie auch schon an den vergangenen Tagen brachte uns der Bus zur Stadt Pompeji. Auf dem Weg dorthin, nutzten wir auch gleich die Gelegenheit, in der Nähe zu Sorrent an besonders schönen Aussichtspunkten kurze Fotostopps einzulegen, und das wundervolle Panorama zu genießen. In Pompeji angekommen, ließ uns der Busfahrer an dem offiziellen Busparkplatz der berühmten Ausgrabungsstätte aussteigen und kurz darauf wurden wir auch schon am Haupteingang von unserem ortskundigen Führer empfangen, der uns mit vielen Anekdoten, Witz und Humor durch einen kleinen Abschnitt dieses riesigen Areals begleitete.

 

Die Ausgrabungsstätte „Pompeji“ liegt am Fuße des Vesuvs, nördlich des Flusses Sarno kurz vor dessen Mündung in den Golf von Neapel. Sie befindet sich auf dem Gemeindegebiet der modernen Stadt Pompeji, deren Bebauung direkt an die Ausgrabungen anschließt.

 

Die antike Stadt Pompeji dehnte sich über eine Fläche von etwa 60 Hektar aus. Die Straßen bildeten dabei das typisch antike Gitternetz. Die gesamte Stadt wurde von einer Mauer mit acht Toren und elf Wachtürmen umgeben. Neben der Sicherheit wurde viel Wert auf Luxus gelegt. In seiner etwa siebenhundertjährigen Geschichte wurde Pompeji dabei von Oskern, Samniten, Griechen, Etruskern und Römern bewohnt und geprägt.

 

Bei einem Ausbruch des Vesuvs wurde die Stadt im Jahre 79 verschüttet, dabei weitgehend konserviert und im Laufe der Zeit vergessen. Nach ihrer Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert begann die zweite Geschichte der Stadt, in deren Verlauf Pompeji zu einem zentralen Objekt der Archäologie und der Erforschung der antiken Welt wurde. Pompeji ist heute eine der am besten erhaltenen Ruinen-Städte aus der Antike.

 

Die komplette Ausgrabungsstätte ist in neun Regionen eingeteilt, wobei wir uns bei unserem Rundgang nur in den Teilen I; VII und VIII aufhielten.

 

So sahen wir u.a. eine Kampfstätte der Gladiatoren “Quadriportico dei Teatri o Caserma dei Gladiatori” und das große Theater (Teatro Grande), in dem wir auch gleich eine Gesangseinlage eines Studenten der Musik erhielten. Über einen alten Straßenabschnitt gelangten wir zu noch recht gut erhaltenen, alten Wohnhäusern bzw. Villen mit beeindruckenden Wandgemälden und Mosaikfußböden. Das Haus des Menander (Casa del Menandro) schauten wir uns genauer an. Es ist mit fast 1800 m² ein großes Stadthaus und wurde 1926–1932 ausgegraben. Das Gebäude  ist ein gutes Beispiel für das Haus einer wohlhabenden Familie in Pompeji. Es führt seinen Namen nicht nach dem Besitzer des Hauses, sondern nach dem Bild des griechischen Dichters Menander, das dort gefunden wurde.

 

Interessant fanden wir auch die Besichtigung einer Therme aus dieser Zeit. Die Anlage der „Stabianer Therme“ lag günstig an der Kreuzung der Via dell'Abbondanza und der Via Stabiana. Zentral gab es eine große Palästra (eine Fläche für das Training der Ringkämpfe). An der Südostseite befanden sich die Bäder. Vom Eingang an der Via Stabiana kam man in einen Umkleideraum. Im nächsten großen Raum, dem Apodyterion, der ein stuckiertes, großes Tonnengewölbe besaß, gab es Nischen, wo man die Kleidung aufbewahrte. Von hier aus betrat man das Tepidarium (das warme Bad). Daran schloss sich das Caldarium (das heiße Bad) an oder man konnte ins Laconicum (das Schwitzbad) gehen. Die Räume waren ungewöhnlich groß, selbst im Tepidarium gab es eine Wanne für Ganzkörperbäder. Zur Abkühlung nutzte man wohl das Becken im Tepidarium, da es zu dieser Zeit noch kein Kaltwasserbad gab.

 

Ein für Pompeji nachgewiesenes Gewerbe war die Prostitution. Von besonderer Bedeutung ist, dass in der Stadt das einzige mit Sicherheit als Lupanar (Bordell) zu identifizierende antike Gebäude überhaupt gefunden wurde. Die frühere Annahme, in der Stadt hätten sich weitaus mehr Freudenhäuser befunden, konnte durch die Forschung bisher nicht bestätigt werden. Oftmals wurden Orte fälschlicherweise als Bordelle benannt, weil sich hier erotische oder sexuelle Darstellungen oder Graffiti obszönen Inhaltes oder mit Bezug zur Prostitution fanden. Diese waren jedoch allgegenwärtig und können nicht als Indiz für derartige Betriebe genommen werden. Allerdings ist anzunehmen, dass Prostitution nicht nur in diesem einen Gebäude stattfand. Interessant fanden wir auch die speziellen „Wegweiser“ zu diesem Bordell in Form eines großen Phallus auf der Straße oder an den Hauswänden und die zu besichtigenden „Arbeitszimmer“ einer Prostituierten mit den in den Wänden eingeritzten Botschaften.

 

Als nächstes gelangten wir auf einen großen Platz, das „Foro“ (Forum). Das Forum befindet sich inmitten der Altstadt Pompejis. Seine Bauten stammen aus verschiedenen Zeiten – das Ensemble vermittelt deshalb keinen geschlossenen, homogenen Eindruck. Die Freifläche des Forums ist eine rechteckige Anlage, auf der es bei unserem Besuch gerade eine Sonderausstellung von 28 Bronzeskulpturen des verstorbenen Igor Mitoraj (polnisch-französischer Künstler) gab. Vor allem in der vorrömischen Zeit wird dieser Platz als Markt gedient haben. Zunächst hatte das Forum auch eine wichtige Funktion als Versammlungsort, jedoch ist anzunehmen, dass seit dem Bau des ersten Theaters die Volksversammlungen dort abgehalten wurden.

 

Außer an der Nordseite ist die Anlage von einem zweistöckigen Portikus umgeben, mit dessen Errichtung etwa um das Jahr 100 v. Chr. begonnen wurde.

Das einzige Gebäude auf dem Platz war das am Nordende gelegene capitolium (Kapitol), der Tempel für die Kapitolinische Trias. Zunächst war dieser nur dem obersten römischen Gott Jupiter geweiht. Errichtet wurde er in der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr., als auch der Apollontempel renoviert wurde. Zu dieser Zeit löste der römische Jupiter den griechischen Apoll als höchsten Stadtgott ab. In der Nordostecke befand sich das Macellum. Im Zuge der Umbauten des Forums im 2. Jahrhundert v. Chr. hatte das Forum seine Funktion verändert. Es war nun nicht mehr, wie vormals üblich, der zentrale Marktplatz der Stadt. Diese Aufgaben übernahmen andere Plätze – wie z.B. das eben erwähnte Macellum. Im Macellum wurde in erster Linie mit Lebensmitteln, vor allem mit Fleisch und Fisch gehandelt. Es wurden zahlreiche Reste von Knochen und Gräten, aber auch von Stallungen gefunden. In den „tabernae“ (der Läden) an Nord- und Westseite fand man Reste von Obst, Getreide und Backwaren. Das größte und mit der prächtigsten Fassade verzierte Bauwerk am Forum war das Gebäude der Eumachia. Es wurde nach der Stifterin des Gebäudes, der hochrangigen Priesterin Eumachia, benannt. An der Südwestseite lag – mit der Stirnseite zum Forum orientiert – die Basilika. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. auf einem Gelände errichtet, auf dem vorher wohl Privathäuser und – an der Forumsfront – Läden gestanden hatten. Die Basilika weist einen rechteckigen Grundriss mit drei Schiffen sowie ein zweiseitig abfallendes Walmdach auf, das von den mittleren Säulen und den Halbsäulen am oberen Teil der Wände getragen wird.

 

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