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Deutsch-Luxemburgischer Felsenweg

Am TAG ACHT war, bei wesentlich besserem Wetter als am Vortag, nun endlich Wandern angesagt. So machten wir uns früh auf nach Irrel zum Parkplatz an den Irreler Wasserfällen. Dort startete unser Rundweg, einer der vielen Wege rund um das "Ferschweiler Plateau", für den wir, mit ausgiebigen Pausen, etwa 4 Stunden benötigten. 

  Unsere Wanderung begann also auf dem Parkplatz bei den Wasserfällen und führte uns zuerst zu den Irreler Wasserfällen. Diese im Volksmund als "Wasserfälle" bezeichneten Stromschnellen sind in der letzten Eiszeit durch herabstürzende Felsmassen entstanden. Die sonst gemächlich dahinfließende Prüm wandelt an dieser Stelle plötzlich ihr Gesicht. Von einer überdachten Brücke aus lässt sich das, je nach Jahreszeit, mehr oder minder tosende Wasser beobachten, das sich hier einen Weg durch die bemoosten Steine und großen Felsinseln bahnt - ein einzigartiges Naturschauspiel, wo selbst noch so selten gewordene Arten wie Eisvögel und Wasseramseln eine Heimat gefunden haben.

 

Unser Weg führte uns weiter durch die sagenumwobene Teufelsschlucht hinauf zur gleichnamigen Naturerkundungsstation. Der Name „Teufelsschlucht“ entstammt einem alten Volksglauben, der besagt, dass es bei der Entstehung der Schlucht nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Der Volksmund konnte sich die Abbruchkanten im Sandsteinmassiv nur durch die Erosionskraft eines Flusses erklären. Doch die Prüm fließt dafür zu weit südlich. Also musste dort der Teufel höchstpersönlich am Werk gewesen sein...

Tatsächlich sind an zahlreichen Stellen in den riesigen Sandsteinfelsen löchrige oder wabenartige Strukturen zu erkennen, die durch die Verwitterung des Luxemburger Sandsteins entstehen.  An den Felsenwänden der Teufelsschlucht lassen sich drei unterschiedliche Verwitterungsformen feststellen:  Wabenverwitterung, Rippenverwitterung und Gerölleinschlüsse.

  An manchen Stellen kann man sogar eine Kuriosität entdecken: ein Leuchtmoos (Schistrotega pennata). Dieses bevorzugt als „lebendes Fossil“ die dunklen Spalten der Lias-Felsen.  Die Zellen des Vorkeims funktionieren wie eine Sammellinse, die das wenige Licht auffängt und zum Chlorophyll sendet. Deshalb sieht man es goldgrün aus dem Dunkel reflektieren.

  Beim Aufstieg wurde der Weg von Mal zu Mal immer steiler und die Felsenwände immer höher und enger. Man merkte schon, dass man der Teufelsschlucht immer näher kam. Wir bestaunten die bizarren Felsformationen in der tief durchzogenen Schlucht, alle entstanden vor Jahrmillionen durch Gesteinsabtragungen.  Unser Weg führte uns dabei einige wenige hundert Meter auf Stufen steil hinauf durch die Felsen hindurch, die Felswände standen dabei an einer Engstelle weniger als einen Meter auseinander. Es war feucht und glatt, allerdings war der Weg gut gesichert. Nur entgegenkommen hätte uns in diesem Augenblick besser niemand gedurft, denn für mehrere Leute auf einmal, wäre das Nadelöhr doch zu eng geworden. Endlich oben angekommen, waren es dann nur noch ein paar Meter bis zur Naturerkundungsstation Teufelsschlucht.

  Die Naturerkundungsstation bietet Naturerleben hautnah und vermittelt Wissenswertes auf anschauliche Weise. Im Infozentrum finden wechselnde Ausstellungen zu Geologie, Archäologie, Fauna und Flora der Region statt. Ständige Ausstellungen zeigen Lehrreiches aus Imkerei (mit Imkerhaus/Lehrbienenstand) und Jagd, und der Erdzeitenpark bietet Erdgeschichte zum Anfassen.

 

Aber dort waren wir noch lange nicht am Ziel, denn unser Weg führte uns weiter durch das angrenzende Dorf Ernzen, zum Ernzener Felsenweiher in der Nähe des Sportplatzes von Ernzen. Vor der von Grotten und Mulden durchsetzten Südostwand des Eingangs zum Gutenbachtal wurde auf die Initiative des 1868 verstorbenen Pfarrers Philipp Meyer hin ein Felsenweiher angelegt. Von einer eingefassten Quelle aus, wird Wasser über einen Kanal und durch verschiedene Becken in das nun von dem Weiher eingenommene Felsloch aus Sandstein geleitet. Rundwege, Brücken und Terrassen erschließen die ungewöhnliche, für die Inszenierung eines Naturerlebnisses in der Zeit der Romantik aber charakteristische Anlage.

 

Nach einer kurzen Rast an diesem doch recht beeindruckenden Weiher ging es wieder Retour hinauf zur Naturerkundungsstation und von dort aus hinab, dieses Mal an der Teufelsschlucht vorbei, und somit auf einer weniger anstrengende Wegstrecke,  zurück zu unserem Ausgangspunkt an den Wasserfällen.

 

Unser nächstes Ziel an diesem Tag war die Burg und das Schloss Beaufort in Befort in Luxemburg. Die Ruine Beaufort steht etwas südlich außerhalb des Ortskerns in etwa 35m Höhe über dem Ort auf einem Felsvorsprung. Schloss und Burg Beaufort befinden sich seit 1981 im Besitz des Staates Luxemburg. Die Burgruine ist heute zu besichtigen. Interessante Details wie die Wachstube sind im alten Zustand restauriert.

  Über die Ursprünge der Beauforter Burg, einer früheren Wasserburg,  ist nicht allzu viel bekannt. Jedoch lässt sich die Baugeschichte durch Parallelen mit anderen Luxemburger Burgen zurückverfolgen.

  Der älteste, hochgelegene Teil wurde gegen 1150 errichtet und erhob sich auf einem massiven Felsen als ein vornehmer, von Ecktürmen flankierter Bau, zur Talseite von einem breiten Wassergraben umgeben, zur Bergseite geschützt. Um in das Innere dieser Burg zu gelangen, musste man ehemals zwei mit Wehrgang versehene Ringmauern passieren, zwischen denen der Wassergraben lag. Die darüber führenden Zugbrücken wurden nur für erwünschte Besucher heruntergelassen und weitere bewachte Tore mussten durchschritten werden.

Um 1380 wurde die Burg durch einen Anbau zur Talseite hin erweitert, dadurch entstand der Eingang neben dem Schlossbrunnen mit den darüber befindlichen Gemächern. Der Wasserturm und der untere Teil des Hauptturmes wurden ebenfalls zu dieser Zeit erbaut.

Um 1500 wurde der Querflügel mit den hohen Renaissancefenstern errichtet, der vor allem den Rittersaal und den großen Speisesaal für festliche Gelegenheiten enthielt. Im oberen Teil des breit ausgebauten Turmes befand sich die Schlosskapelle, wovon noch das Sakrament- und Kredenzschränkchen zeugen. Eine kunstvoll angelegte Sandstein-Wendeltreppe verband sämtliche Stockwerke des Renaissanceflügels miteinander.

  In unmittelbarer Nachbarschaft zur Burg erhebt sich ein zweiter Baukomplex: das malerische Renaissance Schloss. Die Prachtanlage liegt etwa 15m über der Burg. Der Baubeginn wird auf Mitte des 17. Jahrhunderts datiert. Heute ist das Renaissance Schloss im Besitz des Landes Luxemburg.

   Die Veröffentlichung der Bilder erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Les Amis de l´Ancien Château de Beaufort.    

Auf dem Rückweg zu unserer Ferienwohnung legten wir noch einen kurzen Stopp in der Ortsgemeinde Bollendorf ein. Dort befindet sich die Burg Bollendorf. Sie steht auf einem Felsen in der Flussniederung der Sauer, erbaut auf den Fundamenten einer ehemaligen römischen Befestigung. Die Anlage ist heute in Privatbesitz und wird als Hotel mit Ferienwohnungen und Restaurant genutzt.

 

Unweit der Burg gibt es noch eine römische Villa zu besichtigen. Die römische Villa Rustica mit Säulenhalle und Eckrisaliten war das Wohnhaus eines einheimischen Kleinbauern. Die Anlage wurde Anfang des letzten Jahrhunderts ausgegraben und die Mauerreste konserviert. Nachdem die Schutzbauten im Ersten Weltkrieg zerstört wurden, entstand mit Hilfe des Eifelvereins und der Fachhochschule Trier Fachbereich Architektur ein Bau zur Sicherung und zum Schutz dieses römischen Denkmals. Anhand der erhaltenen Reste kann man heute die vordere Treppe, den Keller, eine große Wohnhalle und die Badeanlage erkennen. Die Funde lassen auf eine Benutzung vom 2. - 5. Jahrhundert n. Chr. schließen.

  Leider konnte man die Reste der Villa nicht allzu gut besichtigen, da die Tribünen des Schutzbaues über die Mauerreste hinweg sehr weitläufig hinausragen und somit die Sicht darauf unheimlich erschweren. Ein Dach und ein etwas erhöhter Aussichtspunkt zur Übersicht hätten unserer Meinung nach durchaus ausgereicht.

 

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