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 Monte Baldo - Blick ins Hinterland

Im Juni 2016 starteten wir in unseren zweiwöchigen Sommerurlaub, der uns nach Italien an den Gardasee (italienisch Lago di Garda) führte. Das „Motto“ dieses Urlaubes war, die Ortschaften  rund um den Gardasee inklusive des Hinterlandes mit einem Cabrio zu erkunden und dabei nicht die „Standard“-Touristenrouten, sondern besonders schöne, abgelegene und aussichtsreiche Cabrio-Strecken zu nehmen. Sämtliche Touren hatten wir uns im Voraus schon im Groben zusammengestellt, so dass wir sie nur noch am Ausflugstag dem Wetter oder unserer tagesabhängigen Lust anpassen mussten.  

 

So führte uns die Anfahrt zum Gardasee nicht auf dem schnellsten Weg über die Brennerautobahn nach Italien, sondern wir wählten den langsameren, aber dafür mit traumhaften Serpentinen ausgestatteten, aussichtsreicheren Weg über den Reschenpass.

 

Der Reschenpass (italienisch Passo di Resia) ist ein Gebirgspass in den Tiroler Alpen, westlich des Brennerpasses. Auf ihm verläuft die Wasserscheide zwischen Donau (Schwarzes Meer) und Etsch (Mittelmeer). Der Pass überquert den Alpenhauptkamm und verbindet den Vinschgau (Südtirol, Italien) mit dem Oberinntal (Tirol, Österreich). Die Passhöhe selbst liegt vollständig auf italienischem Staatsgebiet und befindet sich auf einer Seehöhe von 1507m bei der Ortschaft Reschen. Dort befindet sich auch der Reschensee (italienisch Lago di Resia), ein künstlich angelegter Stausee, der vom Speicherkraftwerk „Glurns“, wegen des großen Stauvolumens von 120 Mio. m³, fast vollständig als Speichervolumen genutzt wird.

 

In der unmittelbaren Umgebung des Reschensees liegen neben dem Hauptort der Gemeinde, Graun, die Dörfer Reschen und St. Valentin auf der Haide, sowie die Weiler Kaschon und Spin. Bei der Seestauung 1950 versanken das gesamte Dorf Graun und ein Großteil des Dorfes Reschen in den Fluten des Stausees, insgesamt 163 Häuser, und 523 Hektar an fruchtbarem Kulturboden wurden überflutet. Heute zeugt nur noch der aus dem Reschensee ragende Kirchturm der ehemaligen Pfarrkirche St. Katharina, vom versunkenen Alt-Graun. Er gilt heute als Wahrzeichen des gesamten Gebietes und ragt bei hohem Wasserstand aus dem Wasser des Sees, bei niedrigem Wasserstand – so wie bei unserem Besuch - symbolisiert ein eingefasstes Wasserbecken um den Turm dessen Schicksal (Textquellen: Wikipedia).

 

In Italien angekommen, benutzten wir dann die  Autobahn A22 (Autostrada del Brennero), die östlich des Sees vom Brenner bis nach Modena verläuft, um möglichst schnell zu unserem Urlaubsziel in der Stadt Garda am Ostufer des Gardasees, zu gelangen.

 

***************

 Am nächsten Morgen starteten wir von unserem Hotelort Garda aus zu unserer ersten Cabrio-Rundtour. Sie führte uns zuerst über die Gardesana Orientale (SS 249) am Ufer entlang Richtung Norden. Als Gardesana wird ein Großteil der Uferstraßen rund um den Gardasee bezeichnet. Dabei unterscheidet man die Gardesana Occidentale am Westufer und die Gardesana Orientale am Ostufer des Sees.

 

Wir durchquerten den am Anfang einer Landzunge liegenden Ort Torri del Benaco, ab dem sich der See nach Norden hin verengt. Von hier aus nimmt man den See nach Norden als Gebirgssee und nach Süden als Gewässer der oberitalienischen Tiefebene wahr. Über mehrere kleinere Ortschaften, die alle ineinander übergehen - teilweise konnten wir beim Fahren nicht einmal die einzelnen Ortschilder ausmachen – gelangten wir nach Malcesine, wo wir unseren ersten Zwischenstopp einlegten.

 

 

Malcesine breitet sich am Fuß des Berges Monte Baldo aus. Der elegante Ort wird noch heute mit Goethes italienischer Reise in Verbindung gebracht und ist für sein malerisches Stadtbild mit dem alten Hafen sowie für die Skaliger-Burg und den Palazzo dei Capitani bekannt.

 

Wir besichtigten die Skaliger-Burg (Castello Scaligero di Malcesine), eine weitläufige Anlage bestehend aus Ober- und Unterburg mit einem begehbaren Turm, von dem aus wir eine tolle Aussicht über die Stadt und den See hatten. In der Unterburg ist ein Naturwissenschaftliches Museum integriert, welches über Pflanzen, Tiere und die Geologie der Region informiert und im Eintrittspreis der Burg enthalten ist. Uns hatte es aber nicht sonderlich angesprochen.

 

Über schön gestaltete, urige Gassen gelangten wir zum alten Hafen der Stadt, wo sich auch hinter einer Mauer versteckt der Palazzo dei Capitani befindet. Wir sahen den gotischen Palast aus dem 15. Jahrhundert somit nur von außen.

 

Eigentlich wollten wir auch eine Fahrt mit einer von Malcesine aus startenden Kabinenbahn auf den Gipfel des Berges Monte Baldo machen, mussten diesen Abstecher aber wegen des immer dunkler werdenden Himmels und der damit verbundenen wolkenverhangenen Bergstation auf einen anderen Tag verschieben.

 

Wir fuhren also weiter auf unserer Rundtour und kamen über die Ortschaft Torbole.  Dort verließen wir die Gardesana und gelangten nach Nago und weiter im Kreisverkehr in Richtung Rovereto. Es folgte die steile serpentinenreiche Auffahrt nach Loppio. Kurz darauf ging es hinunter ins Tal der Gemüsegärten (italienisch Val di Gresta). Die Straße führte uns durch sattgrüne Weinfelder nach Mori. Im Ort zeigte ein braunes Schild die weitere Route in die Berge -- zum Monte Baldo. Vorbei an Radrennfahrern kamen wir ein paar Spitzkehren später nach Bresagno, einem verschlafenen Ort an der Höhenstraße. Ein paar „Tornante“ (Italienisches Wort für eine Spitzkehre) weiter rollten wir durch Brentonico, einem hübschen kleinen Ort mit herrschaftlichen Residenzen im Ortskern. Dort legten wir wieder einen kleinen Zwischenstopp ein und besichtigten den Palazzo Eccheli-Baisi.

 

Der Palazzo Eccheli-Baisi ist ein adliger Landsitz aus dem 18. Jh. Das Gebäude wurde gegen Ende des 16. Jh. erbaut, indem einige bereits existierende mittelalterliche Gebäude zusammengelegt wurden. Heute ist es Sitz des Fossilienmuseums, sowie eines schön angelegten botanischen Gartens und einiger Ausstellungen. Als wir dort ankamen, wollten wir eigentlich am Eingang den angeschlagenen Eintrittspreis verrichten, doch es war keine Person am Kassenbereich zu finden. Selbst nach mehreren Minuten Wartezeit erschien niemand und so liefen wir auf eigene Faust durch einen hohen Salon mit Balkon und einer mit Fresken überzogenen Decke in Richtung einer einladend weit offen stehenden Tür. Diese führte auf eine Empore und über eine geschwungene Steintreppe hinab in einen wunderschönen, gepflegten im Renaissance-Stil angelegten botanischen Garten.

 

Der Garten ist in geometrischen Beeten organisiert und zeigt neben Heilkräutern, Gewürz-, Gift- und Nutzpflanzen auch einen Gartenteil, der einer Naturlandschaft gewidmet ist. Dort findet man viele urwüchsige Arten des Monte Baldo. Uns hat der Garten wirklich außerordentlich gut gefallen, nicht nur die schön angelegten Terrassen und gepflegten Beete sowie Wege, sondern vor allem die sorgfältig beschilderten Pflanzen. Wir waren wirklich erstaunt, denn solch eine Beschilderung hatten wir noch nie zuvor in einem botanischen Garten vorgefunden. Großartig!

 

Im Garten trafen wir auch die am Eingang vermisste Person an. Der Mann hatte sich mit einer Gruppe Imker unterhalten und wartete anschließend geduldig am Tor, bis wir unseren Rundgang beendet hatten. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt leider nicht, dass er eigentlich schon absperren wollte und der Palast um die Mittagszeit für gewöhnlich geschlossen hat…

  

So verabschiedete er uns nur noch höflich und wollte -- trotz unserer Nachfrage -- von uns im Nachhinein keinen Eintrittspreis mehr haben. Dieser tolle Kurzbesuch war für uns somit komplett kostenfrei. Vielen Dank noch einmal!

 

Wir folgten weiter dem braunen Schild Richtung Monte Baldo. Auf einer immer enger werdenden Straße schlängelten wir uns nach San Giacomo. An der Kreuzung in San Valentino ging es geradeaus den Schildern Richtung Lago di Garda und Monte Baldo folgend. Nun durchfuhren wir zwei niedrige und enge Tunnel mit weit überhängenden Felsen und nach ein paar weiteren engen Kurven erreichten wir das „Albergo Rifugio Graziani“ ein Hotel auf 1620m Höhe, von wo aus viele Wandertouren starten. Auch wir wollten hier eigentlich eine kleine Wanderung machen, doch das Wetter spielte absolut nicht mit. Es fing ziemlich heftig an zu regnen, so dass wir unser Cabrio-Dach schließen mussten. Trotzdem folgten wir weiterhin der geplanten Rundtour, wenn auch mit schnell laufenden Scheibenwischern…

 

Der Weg führte uns nun auf engen Kurven bergab Richtung Spiazzi. Dort beginnt der Kreuzweg zur sehenswerten Wallfahrtskirche Madonna della Corona. Der Parkplatz ist am Ortsausgang und war trotz des instabilen Regenwetters bei unserer Ankunft brechend voll. Obwohl wir unser Verdeck inzwischen wieder öffnen konnten und es etwas aufzuklaren schien, hatten wir bei diesem Anblick keine Lust, uns den Menschenmassen anzuschließen. Wir entschieden, die Besichtigung der Kirche auf einen anderen Tag zu verschieben und fuhren nun auf breiten und gut ausgebauten Landstraßen zurück zu unserem Ausgangspunkt nach Garda.

 

(Beschreibungen der Cabrio-Route stammen zum großen Teil aus dem Buch: Cabrio-Routen rund um den Gardasee; Petra Gagel und Ralph Kratzert; J. Berg Verlag von 2013)

 

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